, Schweizer Lars

Das rollende Abenteuer in Glarus

Es war früh am Morgen des 27. August, als sich eine Gruppe motivierter Helfer aufmachte, ein ganz besonderes Projekt zu verwirklichen: Das Rollende Hotel sollte am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Glarus für Gäste bereitstehen – und das bedeutete: Zelte, Schlafwagen, Küche, Sanitäranlagen, alles musste aufgebaut und betriebsbereit sein.

Die Sonne war noch nicht ganz aufgegangen, als die letzten Kisten verladen wurden. Zwei Gruppen formierten sich: Die einen stiegen in den Zug Richtung Glarus – hungrig, aber voller Tatendrang. Und wie es sich für ein echtes Abenteuer gehört, wurde kurzerhand Pizza in den Zug bestellt. Die Stimmung? Ausgelassen. Die Vorfreude? Riesig.

In Glarus warteten bereits freiwillige Helfer. Gemeinsam begannen sie mit dem Aufbau: Zeltstangen wurden gestemmt, Sanitäranlagen installiert, Podeste für Küche und Rezeption errichtet. Die andere Gruppe war unterdessen mit der historischen Lok De 4/4 nach Sissach gefahren, um die Schlafwagen zu holen – ein Anblick, der selbst eingefleischte Eisenbahnfans zum Staunen brachte.

           
Als die Schlafwagen in Glarus eintrafen, ging es ans Eingemachte: Mit einer Schneeschleuder (!) wurden die tonnenschweren Waggons millimetergenau an ihre Position gebracht. Die Sonne brannte, das Team schwitzte – und gönnte sich eine Glace-Pause, bevor es weiterging. Bis tief in die Nacht wurde geschraubt, gehämmert und organisiert. Denn eines war klar: Wenn die ersten Gäste kommen, muss alles perfekt sein.


Am nächsten Morgen war es so weit. Die letzten Kabel wurden verlegt, die Bänke ausgerichtet, die Kaffeemaschine getestet. Und dann: Die ersten Gäste trafen ein. Das Fest in Nebenwil begann. Am Abend gab es Musik, Gelächter und das Gefühl, etwas Grosses geschafft zu haben.


Doch Schlaf war Luxus. Bereits um fünf Uhr morgens öffnete das Frühstücksbuffet – und was für eines! Die Gäste staunten nicht schlecht über die Vielfalt: frisches Brot, Käse, Früchte, Kaffee in Strömen. Nach dem Frühstück wurde umgebaut für den Zmittag. Erst war es ruhig, doch je länger der Nachmittag dauerte, desto mehr Menschen strömten herbei – angelockt von feinem Raclette und würzigen Wildburgern.

      

Dann geschah etwas Unerwartetes: Ein Reporter von Radio Central tauchte auf. Er hatte von einem „Insider-Tipp“ gehört, dass in Glarus ein ganz besonderes Hotel aufgebaut worden sei. Der Präsident wurde interviewt, und bald war das Rollende Hotel auch im Radio zu hören – ein Moment des Stolzes für das ganze Team.
Das Fest ging weiter mit Musik, Public Viewing und ausgelassener Stimmung. Doch wie jedes Abenteuer hatte auch dieses ein Ende. Am Montagmorgen wurde zum letzten Mal Frühstück serviert. Danach hiess es: abbauen, verladen, zurück nach Sissach, die Schlafwagen zurückbringen, die Lok versorgen.


Und als alles verstaut war, saßen die Helfer beisammen, müde, aber glücklich. Mit einem kühlen Bier stiessen sie an – auf ein gelungenes Fest, auf Teamgeist, auf das rollende Abenteuer in Glarus.